News - Executive MBA HSG


17.09.2014

Interview mit Dorothee Auwärter, Alumni EMBA HSG, Studiengang 38


Nach dem Jusstudium an der Universität Neuchâtel und den üblichen Praktika hat Frau Auwärter 2006 in Zürich das Anwaltspatent erworben. Im Rahmen der Nachfolgeregelung bei Kuhn Rikon ist sie 2008 in den Verwaltungsrat gewählt worden und hat im Frühjahr 2014 das Präsidium übernommen. Neben dem Verwaltungsratspräsidium Partnerin in einer Winterthurer Anwaltskanzlei, Stiftungsrätin der Brühlgut Stiftung und Mutter eines 4-jährigen Sohnes.

 

Sie sind seit 2014 eine sehr junge Verwaltungsratspräsidentin. Zugleich sind Sie noch als Rechtsanwältin tätig. Wie sieht eine typische Arbeitswoche für Sie aus?

Mindestens zwei ganze Tage arbeite ich in der Anwaltskanzlei. Dazu kamen jetzt beispielsweise letzte Woche eine halbtägige VR-Sitzung mit Abendessen, eine abendliche Kulturveranstaltung, ein Spielgruppenmorgen, an dem der Geburtstag meines Sohnes nachgefeiert wurde, die Preisverleihung des Family Business Awards 2014 in Bern (wir hatten es unter die vier Finalisten geschafft), diverse Haushaltsarbeiten und ein Kinderarztbesuch. Meine Arbeitswochen sind nie gleich, aber immer spannend, abwechslungsreich und meist ordentlich vollgepackt.


Als weibliche Verwaltungsrätin stellen Sie ja immer noch eine echte Minderheit unter den Verwaltungsratspräsidentinnen dar. Dazu 2 Fragen:
- Gibt es kollegiale „Amtshilfen" unter den weiblichen VR-Präsidentinnen?
- Wie schaffen Sie es, Ihre 3. Rolle als Mutter mit Ihren herausfordernden beruflichen Aufgaben in Einklang zu bringen?

Zur ersten Frage: Nein, nicht dass ich wüsste. Das Geschlecht spielte bei meiner bisherigen Tätigkeit als Verwaltungsrätin zum Glück nie eine Rolle.

Zur zweiten Frage: Mein Mann arbeitet 80 % und ist immer dienstags zuhause - für alle sehr wertvoll! Meine Eltern wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft und hüten immer mittwochs und bei Bedarf auch einmal noch zusätzlich. Ohne die vielfältige Unterstützung ginge es nicht. Ich versuche meinerseits, wenn ich mit meinem Sohn zuhause bin, diese Zeit zu geniessen und Büroarbeit auf den Abend zu legen.


In Bezug auf den EMBA, war die Entscheidung geprägt durch den Wunsch, einmal diese Aufgabe zu übernehmen oder ist die Idee dazu durch die Teilnahme am EMBA entstanden?

Für den EMBA habe ich mich im Hinblick auf den Generationenwechsel bei Kuhn Rikon entschieden. Die Zusatzausbildung ist nicht nur für meine Verwaltungsratstätigkeit enorm wertvoll, auch als Rechtsanwältin in einer Wirtschaftskanzlei habe ich viel Kontakt mit Unternehmen und Unternehmern.


Ihre EMBA-Vergangenheit ist ja noch recht „frisch", welches Modul bzw. welche Kenntnisse sind für Sie heute am meisten von Nutzen?

Schwierig etwas Einzelnes herauszupicken. Sicher bin ich stark in die Strategiearbeit involviert, aber auch die Kenntnisse in Finanzen und Controlling sind enorm wichtig. Der EMBA passte gerade deshalb so gut, weil der Lehrgang eine ausserordentlich breite Ausbildung bot. Die erworbenen Kenntnisse geben mir das Rüstzeug und die Selbstsicherheit, mich in allen Unternehmensbereichen zu bewegen.


In Bezug auf ihr Unternehmen, Sie sind ja in einem Segment tätig, wo Sie mit starker Konkurrenz aus dem In- und Ausland zu kämpfen haben. Warum wird Kuhn Rikon auch weiterhin erfolgreich sein Geschäft verteidigen können?

Kuhn Rikon steht für Qualität, Funktionalität und gutes Design. Ausserdem war Kuhn Rikon von Anfang an äusserst innovativ. Letztes Jahr erwirtschafteten wir 36 % unseres Umsatzes mit Produkten, die nicht älter sind als zwei Jahre. Solange wir diese Agilität behalten und unsere Werte wahren, mache ich mir keine Sorgen.


Und die Abschlussfrage vor allem für unsere männlichen Leser: welches Kuhn Rikon-Produkt sollte einfach in jedem Haushalt zu finden sein?

Nur eines? Zum Beispiel eines unserer tollen Gadgets oder Messer; diese farbenfrohen und gut designten Küchenhelfer machen einfach Freude beim Kochen. Und dann eines unserer SWISS MADE Doppelwand-Kochgeschirre. Mein Favorit ist der Hotpan. Der Topf ermöglicht ein extrem energiesparendes und schonendes Kochen und hält das Essen erst noch zwei Stunden heiss.