News - Executive MBA HSG


25.02.2014

Interview mit Karin Thalhammer, Alumni EMBA HSG, Studiengang EMBA 40


Karin Thalhammer arbeitete während rund 15 Jahren im HR und ist nun seit 2 Jahren im Global Operations bei der Credit Suisse tätig. Hier erfahren Sie mehr:

 

Profil:

Nach dem Abschluss der Diplommittelschule in Baden, war ich mehrere Jahre in Genf tätig, wo ich für verschiedene Banken gearbeitet habe. Meine berufliche Karriere habe ich in der Buchhaltung gestartet und mich ins Controlling weiterentwickelt. Nach der Rückkehr in die Deutschschweiz habe ich die HWV in Olten absolviert, mit Vertiefung in Human Resources. Anschliessend war ich selbstständig als Beraterin tätig und stieg dann ins HR ein, zuerst bei einem Papierhandelsunternehmen, danach bei der Credit Suisse. Ich habe HR während rund 15 Jahren mit grosser Passion gemacht. Zuletzt haben meine Teams und ich rund 5‘000 Mitarbeitende global mit HR Dienstleitungen unterstützt. Seit 2 Jahren bin ich nun in Global Operations tätig und leite dort einen Bereich mit rund 350 Mitarbeitenden.

 

Frau Thalhammer, Sie haben im Jahre 2012 den Executive MBA HSG abgeschlossen. Wovon konnten Sie in dieser Zeit am stärksten profitieren?

Ich konnte vor allem vom Austausch profitieren und von einem nach wie vor bestehenden Netzwerk. Aufgrund der Tatsache, dass die Teilnehmer des Kurses in den unterschiedlichsten Branchen tätig waren, entstand eine vielfältige Auseinandersetzung mit Themen. Neue respektive andere Blickwinkel wurden mir zugänglich, manchmal war ich auch einfach froh zu hören, dass die Kollegen die gleichen oder ähnlichen Herausforderungen im Alltag hatten. Die Zusammenarbeit war sehr interessant und bereichernd.

 

Sie arbeiten als Managing Director, Global Operations bei der Credit Suisse in Zürich. Könnten Sie kurz schildern, was sich hinter dieser Berufsbezeichnung genau verbirgt und was Ihre grössten Herausforderungen im Daily Business sind?

Nun, Managing Director ist ein Titel und Global Operations bezeichnet eine Einheit innerhalb der Credit Suisse. Zuständig bin ich für den Bereich Private Banking Product Processing. Dahinter verbirgt sich die Verantwortung für die Abwicklung von zahlreichen Produkten und Dienstleistungen für alle Kunden im Private Banking & Wealth Management in der Schweiz. Die Palette reicht vom Bonviva Bundle, über 3. Säule Vorsorgekonti zu Investment Reports für Firmenkunden oder Institutionellen, von Steuerprodukten (Steuerauszüge, FWHT, FATCA, EUZ etc) bis zur Verarbeitung von Sonderkonditionen.

Neben der Sicherstellung des Tagesgeschäft und der Führung, gehören weitere zentrale Themen wie Strategie, Managen von Risiken, Leiten von Projekten, Sicherstellung einer wirkungsvollen Umsetzung sowie das kontinuierliche Verbessern unserer Abläufe und damit Schaffung von Mehrwert für unsere Kunden zu meinen Hauptaufgaben.

Die grösste Herausforderung ist sicherlich der Faktor Zeit. Der Tag hat bekanntlich eine begrenzte Anzahl Stunden und mit allen Meetings und Conference-Calls, Mitarbeitergesprächen, dem Tagesgeschäft sowie einer Emailbox die sich täglich von neuem füllt  und gleichzeitig allen Kundenanfordernissen gerecht zu werden, gleicht oft einem Balanceakt. Hier hilft Delegation und manchmal auch der Mut zur Lücke.

 

Denken Sie, dass Sie als Frau in dieser Position grössere Hürden zu bewältigen haben, als ein Mann?

Nein, ich habe eine Funktion inne, und ich werde an meinen Ergebnissen gemessen. Ich muss mich nicht „beweisen" in dieser Position, denn ich habe mir über die Jahre einen Leistungsausweis erarbeitet. Ich glaube, das macht jeder Mensch, gleich welchen Geschlechts. Es sind die Erfahrungen und Kenntnisse, die einem befähigen eine Aufgabe auszufüllen.

Interessant, ich stelle mir diese Frage nicht, habe ich mir auch nicht in der Vergangenheit. Hingegen verlasse ich mich sehr gerne auf meine weibliche Intuition :-).

 

Immer mehr Manager und Managerinnen leiden unter dem hohen Termin- und Erfolgsdruck, wie gehen Sie damit um?

Ich versuche hier sehr pragmatisch vorzugehen. Als erstes versuche ich die Dinge nicht persönlich zu nehmen. Dann erfreue ich mich auch an kleinen Fortschritten oder Erfolgen und dies zusammen mit meinen Mitarbeitenden. Ich habe eine positive Lebenseinstellung, ich glaube, dass es für alles eine Lösung gibt. Wichtig ist, sich und sein Umfeld nicht zu überfordern und im Gegenteil zu motivieren jeden Tag das Beste zu geben. Es braucht den Dialog und wenn zum Beispiel Abschlusstermine nicht eingehalten werden können, dann muss man dies frühzeitig adressieren.

 

Noch eine persönliche Frage: Was waren Ihre Vorsätze für 2014?

Ich habe noch nie so typische Vorsätze gefasst. Was ich mir hingegen vorgenommen habe, ist in diesem Jahr mit dem Rauchen aufzuhören und mir mehr Zeit für meine Hobbies einzuräumen. Die letzte Zigarette habe ich am 13 Januar geraucht, das mit den Hobbies gehe ich nächstens an.