News - Executive MBA HSG


10.12.2013

Interview mit Marcel Lendenmann, Alumni EMBA HSG, Studiengang 36


Marcel Lendenmann absolvierte sein EMBA HSG-Studium von 2009-2010. Seit 2011 arbeitet Herr Lendenmann als CEO bei Aequator AG in Arbon.

 

 

Profil:

Nach seiner Ausbildung zum Elektriker studierte Marcel Lendenmann Communication Management an der „Haute Ecole d'Ingénierie et de Gestion du Canton de Vaud (HEIG-VD)".

Danach startete er bei der Firma Aequator AG, Swiss made coffee machines, und baute den Produkt Support auf . In den letzten 10 Jahren durchlief Herr Lendenmann verschiedene Positionen in dieser Firma und liess sich noch zum Barista ausbilden.

Heute arbeitet Herr Lendenmann als CEO bei Aequator AG.

 

Herr Lendenmann, Sie sind CEO der Kaffeemaschinen-Hersteller Aequator AG, was waren für Sie die grössten Herausforderungen, als Sie vor 2 ½  Jahren als Geschäftsleiter die operative Führung übernommen haben?

Als ich vor rund 2 ½ Jahren die operative Führung übernommen habe war es in der Wirtschaft sehr unruhig, was die ganze Sache nicht unbedingt vereinfachte. Weiter führten wir auf Grund der Firmengrösse ein mittleres Management ein. Die grosse Herausforderung war es, bestehende Mitarbeiter dort einzusetzen, wo sie die besten Fähigkeiten haben und das Team mit neuen Spezialisten zu ergänzen. Diese Umstrukturierung war mit sehr viel Kommunikation verbunden. Den Mitarbeitern musste fortlaufend aufgezeigt werden, was die ganze Umstrukturierung bringen soll und dass wir auf alle Mitarbeiter - ob bestehende oder neue - angewiesen sind und nur im Team Erfolg haben können.

 

 

Welche Eigenschaften zeichnen Ihrer Meinung nach einen guten Manager aus?

Ich identifiziere mich lieber mit Unternehmern als mit Managern. Für mich muss ein Unternehmer eine hohe Sozialkompetenz haben und jedem Mitarbeiter den Sinn und Zweck seiner Arbeit aufzeigen können. Zudem hat ein Unternehmer Entscheide zu fällen, die er mit aller Konsequenz umzusetzen hat (positiv wie negativ).

 

Für mich ist es wichtig, dass ich als Unternehmer authentisch und offen und ehrlich mit Mitarbeitern kommuniziere.

 

Sie exportieren auch ins Ausland, wie gehen Sie mit dem starken Schweizer Franken um? Wo sehen Sie die Stärken Ihres ‚Schweizer-Produktes‘ und des Standortes?

Wir machen rund 85% des Umsatzes im Ausland und produzieren die ganzen Kaffeemaschinen, von der Entwicklung (Software / Hardware) bis zur Blechfertigung (lasern, drehen, biegen etc.) und Montage, am Standort Schweiz in Arbon. Der starke Schweizer Franken hat uns sicher nicht gerade geholfen, jedoch dürfen wir auch nicht jammern und versuchten, verschiedene Komponenten für unsere Maschinen im EU Raum zu kaufen. Weiter optimierten wir unsere Prozesse, damit wir immer noch für den Markt attraktive Maschinenpreise anbieten können.

 

Als Schweizer Hersteller muss man Qualität liefern und dies nicht nur beim Produkt (Kaffeemaschine). Wir müssen auch eine Top Kundenbetreuung bieten, sei dies in der Verkaufsadministration oder im technischen Support. Dieses ganze Paket, gespickt mit den Schweizertugenden wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, ist für mich „Swiss made" und ich bin überzeugt, dass wir so auch etwas teuere Maschinen verkaufen könnnen.



Herr Lendenmann, Sie haben im Jahre 2010 den Executive MBA HSG abgeschlossen. In welchen Bereichen hat Sie das Studium besonders geprägt und vorangebracht?

Das Studium war für mich eine Vorbereitung für die Geschäftsübernahme. Das Studium zeigte mir sehr gut auf, was es bedeutet, ein Unternehmen zu führen und welche Bereiche dazugehören. Weiter habe ich die Gelegenheit genutzt, um eine fundierte Wachstumsstrategie für unser Unternehmen zu schreiben, welche natürlich auch sehr kritisch von den Professoren und Studenten hinterfragt wurde. Dieser Austausch war sehr wertvoll.

 

Das Wichtigste für mich war aber der Austausch mit den Mitstudentinnen-und Studenten und die guten Freundschaften, die sich gebildet haben. Ich pflege heute noch zu einzelnen Mitstudentinnen und Studenten eine tiefe Freundschaft.

 

 

Noch eine Abschlussfrage: trinken Sie lieber Kaffee oder Tee?

Haha, das ist eine einfache Frage, natürlich Kaffee, denn Tee trinke ich nur wenn ich krank bin.