News - Executive MBA HSG


07.11.2012

Interview mit Ursula Nold, Empfängerin des Corporate Stipendiums


Ursula Nold ist Empfängerin des diesjährigen Corporate Stipendiums, welches die Credit Suisse an besonders qualifizierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer des EMBA HSG verleiht.

Ursula Nold ist Empfängerin des diesjährigen Corporate Stipendiums, welches die Credit Suisse an besonders qualifizierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer des EMBA HSG verleiht.

Ursula Nold wurde am 29.März 1969 in Bern geboren. Nach der obligatorischen Schulzeit besuchte sie das Lehrerinnenseminar II in Freiburg und absolvierte dort in französischer Sprache ihre pädagogische Ausbildung. Danach unterrichtete sie während 10 Jahren auf verschiedenen Schulstufen und sammelte als Schulleiterin erste Führungserfahrung. 1996 machte sie eine zweijährige Weiterbildung am didaktischen Institut in Solothurn und bildete sich im Bereich Erwachsenenbildung weiter. Danach wurde sie Leiterin für Marketing/ Kommunikation sowie Qualitätsmanagement im Inforama - einem Bildungs-, Beratungs- und Tagungszentrum. Für diese Aufgabe absolvierte sie zusätzlich die Ausbildungen als European Quality Manager und Quality Assessor. Seit Herbst 2005 arbeitet sie im Institut für Weiterbildung der pädagogischen Hochschule in Bern. Sie ist im Bereich Kader- und Systementwicklung tätig und bildet Führungspersonen im Bildungswesen aus und weiter. Ihre Themenschwerpunkte sind Qualitäts- und Projektmanagement sowie Öffentlichkeits- und Strategiearbeit.

Neben dieser Teilzeitarbeit ist sie Präsidentin der Delegiertenversammlung des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB). Als legislatives Organ ist die Delegiertenversammlung das oberste Organ des MGB und für die Statuten sowie die Festlegung und Änderung der grundsätzlichen Geschäftspolitik zuständig.

 

Frau Nold neben all diesen Funktionen sind Sie zudem noch Mutter von vier Kindern, wie bringen Sie das alles unter einen Hut?

Das war die grösste Knacknuss für mich. Ich musste mir die Frage stellen: « Liegt eine Weiterbildung wie das Executive MBA HSG wirklich noch drin, neben Familie und Beruf?» Es war ein langes Abwägen, aber ich kam zum Schluss, dass es den idealen Moment wohl nie geben wird und ich wollte die Möglichkeit des EMBA HSG nicht verpassen. Als ich mich für die Weiterbildung entschieden habe, war für mich der flexible EMBA die beste Voraussetzung. Der Umstand die Weiterbildung flexibel gestalten zu können und dass man sich allenfalls mehr Zeit lassen könnte, hat mich sehr entlastet und mir auch gewissen Druck weggenommen.

 

Wann haben Sie von der Möglichkeit des Corporate Stipendiums erfahren?

Während des Bewerbungsverfahrens beim Feedbackgespräch mit Herrn Dr. Seitz wurde ich direkt auf diese Möglichkeit hingewiesen, mich für ein Corporate Stipendium zu bewerben. Mein Interesse war daraufhin geweckt.

 

Was bedeutet die Förderung für Sie persönlich und was erhoffen Sie sich davon?

Ein so grosszügiges Stipendium, so ohne jegliche Verpflichtung, mit der Message «Du bist es uns Wert», finde ich einfach grossartig. Dank der Unterstützung der Credit Suisse habe ich Gewähr, dass meine Weiterbildung - neben der zeitlichen und emotionalen Herausforderung - nicht ein finanzielles Abenteuer wird. Ich bin überzeugt, dass die absolut tolle Förderung der Crédit Suisse mir damit helfen wird, mich unbeschwert auf das Studium zu konzentrieren und dieses erfolgreich abschliessen zu können.

 

Frau Nold, warum haben Sie sich für den Executive MBA der Universität St. Gallen entschieden?

Nach über zwanzigjähriger Berufserfahrung verspürte ich den Wunsch, mir grundlegend neues Wissen anzueignen. In meinen beruflichen Tätigkeiten habe ich mich je länger je mehr auch mit betriebswirtschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund suchte ich mir eine Weiterbildung im Bereich der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Bevor ich mich für das Studium an der HSG entschieden habe, prüfte ich diverse andere Studiengänge an unterschiedlichen Universitäten. Meine Wahl fiel schliesslich auf den EMBA HSG, da mir der blockartige Aufbau am meisten entsprach. Die Entscheidfindungsphase im Vorfeld der Weiterbildung erlebte ich als belastend. Ich konnte nur bedingt abschätzen, inwiefern sich meine Weiterbildung von der zeitlichen Belastung her mit Beruf und Familie vereinbaren lassen würde. Für die Familie ist mein Studium ein grosser Einschnitt und erfordert einiges an Organisation. Aber sobald ich hier in St.Gallen bin, kann ich ohne Ablenkung voll in die Thematiken der Module eintauchen. Das sehe ich nicht nur als Chance für mich, sondern erachte es auch als grosses Privileg.

 

Welche Erfahrungen haben Sie im Studium bisher gemacht und wie empfinden Sie das ‚Miteinander‘ und den Mix der Teilnehmerschaft aus verschiedenen Branchen im Studiengang?

Als Dozentin an der pädagogischen Hochschule bin ich mir das Schulleben gewöhnt. Wieder einmal auf der anderen Pultseite zu sitzen, ist jedoch eine spannende Erfahrung. Die Inhalte der Kurse entsprechen voll und ganz meinen Erwartungen. Herausfordernd für die Referenten sind bestimmt die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmenden. Die Streuung der Wissensstände ist gross. In Repetitionsgruppen wird das jeweilig Gelernte vertieft. Die gegenseitige Unterstützung unter den Teilnehmenden ist gross und ich empfinde dies als äusserst wertvoll. Ich staune, wie viel Wissen innerhalb einer Woche aufgebaut und letztlich am Freitagnachmittag im Rahmen der Prüfungen zu Papier gebracht wird. Dass Mami auch wieder Prüfungen schreiben muss, stösst bei den Kindern auf Erstaunen und auf eine gewisse Genugtuung. Mit meinem beruflichen und familiären Hintergrund bin ich im EMBA 42 eher eine Exotin. Auch das Durchschnittsalter der Teilnehmenden drücke ich nach oben. Mit meinem breiten Erfahrungshorizont kann ich aber auch Inputs einbringen und zur Vielfalt der Teilnehmenden beitragen. Das Zusammensein in der Gruppe finde ich sehr faszinierend. So viele unterschiedliche und interessante Leute mit vielfältigen Erfahrungen kennenzulernen ist eine grosse Chance. Zudem sind hier wirklich nur Personen, die aktiv sind und Verantwortung übernehmen wollen. Dieser Input und der Austausch sind einfach sehr bereichernd.

 

Was sind Ihre beruflichen Ziele für die Zukunft?

Ich verfolge keine konkreten Karriereschritte und es ist nicht so, dass ich mich unbedingt verändern möchte. Ich mache diese Weiterbildung in erster Linie, um mein Defizit auf der betriebswirtschaftlichen Seite zu schliessen und eine Weiterbildung ist schliesslich auch immer eine Chance, sich als Person weiterentwickeln zu können. Ich habe insofern keinen Handlungsbedarf mich zu verändern, bin aber überzeugt, dass mir der Abschluss des Nachdiplomstudiums neue Türen öffnen wird. Die aktuelle Weiterbildung zeigt mir, dass ich nach mehr als zwanzig Jahren Berufserfahrung das neuerworbene betriebswirtschaftliche Wissen mit viel Führungs- und Managementerfahrung verknüpfen kann. Für diese Erkenntnis bin ich äusserst dankbar. Mein Horizont hat sich erweitert und damit auch meine Persönlichkeit. Ich hoffe, diese Horizonterweiterung in meine beruflichen Herausforderungen einfliessen lassen zu können und bin momentan einfach gespannt auf das, was die Zukunft noch bringen wird.