25. Oktober 2013 – You did it!

25.10.2013

Ein letztes Mal fahre ich im Rahmen meiner EMBA-Ausbildung mit dem Zug nach St. Gallen. Dieses Mal jedoch ohne Koffer und ohne Lehrbücher im Gepäck, sondern zusammen mit meiner Familie auf dem Weg zur Diplomfeier.

Zwanzig intensive Monate liegen hinter mir. Ich erinnere mich bestens an den ersten Tag der Weiterbildung im März 2012. Voller Fragen und teilweise auch Zweifel, ob ich diese Ausbildung neben Beruf und Familie zeitlich schaffe, starte ich am 12. März in den ersten Kurstag.

Nebst den Kursinhalten ist auch das gegenseitige Kennenlernen wichtig. Schnell finde ich Zugang zu den anderen Studierenden. Die Teilnehmenden des Studiengangs EMBA 42 sind mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen bunt zusammen gewürfelt. Der Austausch in der Gruppe entpuppt sich als grosser Gewinn und macht den Studiengang zu einem wirklich tollen Erlebnis. Mit 50 Teilnehmenden ist die Klasse sehr gross. Es drängt sich auf, dass man nicht mit allen den gleich intensiven Kontakt pflegt. Mit einigen hat sich ein offener Feedbackprozess entwickelt, mit anderen gab es eher wenige Berührungspunkte und mit wiederum anderen sind freundschaftliche Beziehungen gewachsen, die über das Schulische hinausgehen. Zwanzig Monate Schicksals- und manchmal auch Leidensgemeinschaft schweissen zusammen! So nehme ich nicht nur Sachwissen aus dieser Weiterbildung mit, sondern auch viele Begegnungen und philosophische Diskussionen über Gott und die Welt sowie über Sinn und Zweck von wirtschaftlichem Handeln.

Bezüglich des vermittelten Lernstoffs haben sich meine Erwartungen erfüllt. Insbesondere im betriebswirtschaftlichen Bereich konnte ich viel neues Wissen aufbauen. Da jedes Modul einzeln mit einer Prüfung abgeschlossen wurde, fehlt mir jedoch die Vernetzung der verschiedenen Themen ein bisschen. Letztlich liegt diese Vernetzung aber in meiner Eigenverantwortung und ich habe insoweit meinen Beitrag dazu noch zu leisten.

Am 25.Oktober gilt es nun den Lohn für den Fleiss der letzten Monate zu ernten. Unsere Kinder geniessen es, mich an die Diplomfeier zu begleiten. Einerseits weil sie dadurch am Freitagnachmittag schulfrei erhalten, andererseits natürlich auch um zu sehen, wo Mami die letzten Monate so viel Zeit verbracht hat. Auf der inzwischen liebgewonnen Campusgelände „Holzweid“ findet ein spannendes „Get together“ statt. Die Klasse des EMBA 42 trifft sich mit Familie und Partnern. Diejenigen, welche die Studienreise nach China absolvierten, haben ein bisschen mehr Ringen unter den Augen, aber alle sind in ausgelassener Stimmung. In einem würdigen Rahmen werden die Diplome überreicht. Ich konnte nicht nur mein Diplom in Empfang nehmen, sondern wurde zu meiner Überraschung auch mit dem NZZ-Preis 2013 für die beste Projektarbeit ausgezeichnet.

Unser Klassensprecher Thomas Freuler fasst die Studienzeit gewohnt humorvoll und engagiert zusammen. Alle Anwesenden nehmen den einmaligen Zusammenhalt unserer Klasse wahr.

Ein spannendes Kapitel in meinem Leben ist mit der Diplomierung abgeschlossen. Ich schätze mich unglaublich privilegiert, dass ich diese Ausbildung geniessen durfte. Die grösste Anerkennung verdienen jedoch mein Mann, der mich während der gesamten EMBA-Ausbildung unterstützt und immer wieder von anderen Aufgaben entlastet hat, sowie unsere vier Kinder, die die Entbehrungen durch Mamis Weiterbildung klaglos mitgetragen haben.





Berufliche Tätigkeit: Dozentin an der pädagogischen Hochschule Bern und Präsidentin der Delegiertenversammlung Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich
Motivation für EMBA: fundierte Weiterbildung, Betriebs- und volkswirtschaftliche Kompetenzen erweitern, Reflexion der eigenen Führungsarbeit, Netzwerk: Austausch mit Führungspersonen aus anderen Tätigkeitsfeldern
Hobbys: Sport, Musik, Lesen

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